Hektik Drive Bigband

auch: Folkmusikdirektor (FMD)

Diese Folk-Bigband wurde im Januar 1981 während der 2. Zentralen DDR-Folkwerkstatt in Leipzig gegründet. Sie spielte noch ein zweites Mal im Juni 1981 beim Folklorefest in Berlin, beide Male zum Mitmach-Volkstanz. 27 Musiker von zwölf Bands aus der ganzen Republik musizierten in folgender Besetzung: sechs Geigen, Drehleier, vier Mandolinen, Mandola, zwei Banjos, zwei Gitarren, drei Kontrabässe, Dudelsack, Tuba, vier Flöten, Klarinette, zwei Akkordeons, zwei Konzertinas und zweimal Perkussion.

Die Hektik Drive Bigband probt während der Folkwerkstatt in Leipzig (Foto: Thomas Neumann/neumgraf.de)
Orchesterprobe im Klubhaus "Freundschaft" unter Leitung von Erik Kross (Foto: Thomas Neumann/neumgraf.de)

Die 27 Musiker kamen aus folgenden zwölf Bands: Bordun, Ciboulette (beide Berlin), Folkloregruppe der EOS Neuhaus (Bezirk Suhl), Folkländer, Heureka (beide Leipzig), Liedehrlich (Gera), Nach der Arbeit (Rostock), Polkatoffel (Berlin), Saitensprung (Erfurt), Sanddorn (Heiligendamm, Bezirk Rostock), Wacholder (Cottbus) und Windbeutel (Berlin).

Erik Kross war Musikstudent und nacheinander Musikant bei Folkländer, Wacholder und Heureka. Er hatte für die Werkstatt-Bigband eine Suite von Volkstanzmusiken zusammengestellt und arrangiert, außerdem jazzige Vor-, Zwischen- und Nachspiele komponiert. Anschließend studierte er das Werk mit den Musikern ein, von denen die meisten Autodidakten waren. Erik Kross launig über seine ungewöhnliche Tanzkapelle:

„Es gibt in der Bigband keine Zufälle, ausgenommen sind jene der Tonfindung.“

Folkmusikdirektor Erik Kross dirigiert im Januar 1981 die Hektik-Drive-Bigband (Foto: Sammlung Wolfgang Leyn)
Premiere im Beyerhaus. Folkmusikdirektor Erik Kross dirigierte im Bademantel, auf einem Bierkasten stehend. (Bild: Sammlung Wolfgang Leyn)

Eine noch umfänglichere musikalische Großformation, inklusive Chor, sollte bei der folgenden Folkwerkstatt im Januar 1982 ein Singspiel, die sogenannte „Folkoper“ uraufführen. Doch das ehrgeizige Vorhaben scheiterte am Verbot durch Partei- und Kulturfunktionäre.

Nach 1981 wurden Folk-Bigbands vor allem für den Volkstanz gegründet: Folkländer verstärkte sich im selben Jahr mit weiteren Musikern zu Folkländers Bierfiedlern; 1982 fanden sich die beiden Erfurter Folkbands Saitensprung und Brummtopf zur Saitentopf-Brummsprung-Akustik-Live-Band zusammen (später Saitensprungs Tanzband); 1985 entstand in Potsdam die (Folklore-)Dickband. Größere Besetzungen für Konzertprojekte waren das 1984 von Erik Kross ins Leben gerufene Heureka-Dezett und diverse JAMS-Kooperationen mit Jazz- und Rockmusikern.