Er ist der Akkordeonist von Landluper in Plauen, der dienstältesten vogtländischen Folkband, die 1979 im Malzhaus gegründet wurde und zu den prägenden Gruppen der DDR-Folkszene gehörte. Hinter Matthias „Match“ Walther, dem Frontmann der Band, war Uli „Pils“ Müller immer so etwas wie der ruhende Pol von Landluper. Mit ihr spielte er Aufnahmen im DDR-Rundfunk ein und ab 1982 auch zum Volkstanz. 1992 wurde die Band beim Plauener FolkHerbst mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Nach Matchs Tod 2024 hält Uli die neubesetzte Band zusammen.

Seit wann spielst Du Akkordeon? Wie kam es dazu? Piano- oder Knopfakkordeon?
Akkordeon spiele ich seit 1981. Ganz am Anfang gab es bei Landluper mal einen Akkordeonisten, der aber plötzlich nicht mehr auffindbar war, leider gerade vor einem geplanten Studiotermin. Was nun? Da mir meine Mutter ein wenig Klavierspielen beigebracht hatte, konnte ich die Tastatur beim Pianoakkordeon auf der rechten Seite, die genau wie bei einem Klavier ist, spielen.
Was magst Du am Akkordeon? Was womöglich weniger?
Das Akkordeon ist für mich immer ein in Klingenthal gefertigtes „Weltmeister“-Akkordeon geblieben. Ein schönes Instrument, wie alle Instrumente, die man gerne spielt. Manchmal sind die Arme immer länger geworden, wenn man einen Auftritt hatte, mit weit fußläufiger Entfernung, da hab ich wegen des Gewichtes Flöten- oder Geigenspieler oft beneidet.
Das „Schifferklavier“ hat in der Öffentlichkeit ein Image-Problem. Wie gehst Du damit um?
Das Image-Problem war und ist mir egal.
Welcher Akkordeonist, welche Akkordeonistin hat Dich besonders beeindruckt?
Spezielle Akkordeonistinnen oder Akkordeonisten, die mich beeindrucken, gibt es nicht.
Gibt es eine besondere Geschichte, die Du mit Deinem Instrument erlebt hast?
Mehrmals wurde der Instrumentenkoffer zur Aufbewahrung von geistigen Getränken für die Gruppe genutzt. Einmal passierte es dann, dass uns bei einem Auftritt das Akkordeon fehlte, dafür hatten wir den Koffer voll mit Getränken.
1981 traten wir bei der Folkwerkstatt in Leipzig in der Alten Börse auf. Eines der ersten Lieder, die ich auf einem uralten, lange in einer Kammer gelagerten Akkordeon spielte, war „Schusters Tanz“, ein kräftig und deftig gespieltes Stück. Dabei habe ich den Balg des Akkordeons auseinandergerissen, es war eben doch schon ein wenig überaltert.
