
VON WOLFGNG LEYN
Was bringt das Webmagazin?
Das von mir betreute Webmagazin ostfolk.de informiert seit 2021 aktuell über die Folkszene zwischen Ostsee und Erzgebirge, bringt Meldungen, Berichte, Interviews und Bilderstrecken, außerdem Kalenderblätter und Nachrufe. Das Angebot ist werbefrei und wird das auch bleiben.
Zusammengetragen habe ich Links zu mehr als 190 Bands der Region, die Folk und Weltmusik spielen. Zu finden sind hier die Termine von über 40 Festivals, von Tourneen, Workshops und Sessions, außerdem Orte, an denen man regelmäßig gemeinsam tanzen oder singen kann.
(Nicht ganz) regelmäßig veröffentliche ich im Webmagazin Lied-Empfehlungen, jeweils mit Noten, Geschichte und Hörbeispielen, gern mit „Empfehlungsschreiben“ von befreundeten Folkmusikern. Der Rückblick auf die DDR-Folkszene, quasi das „Anfangskapital“ der Website, ist weiterhin ihr unverzichtbarer Bestandteil.
Das Webmagazin ostfolk.de ist ein Unikat in Deutschland. Weder für den Westen, noch für den Süden der Bundesrepublik existiert ein entsprechendes Online-Angebot. Genauso wenig wie für den Norden. nordfolk, 2025 ins Leben gerufen, ist ein Festival.
So hat sich die Website entwickelt:
Am Anfang war das Buch
2016
Vierzig Jahre nach dem „Urknall“ des Folkrevivals in Ostdeutschland erscheint im Ch. Links Verlag Berlin mein Sachbuch „Volkes Lied und Vater Staat“. Koautoren sind der Schweriner Folkmusikant und Musikethnologe Ralf Gehler sowie folker-Autor Reinhard Ständer in Hoyerswerda. Unterstützung kommt vom Rudolstadt-Festival und von der Lippmann & Rau Stiftung Eisenach.

Die erste umfassende Darstellung der DDR-Folkszene in den Jahren 1976-1990, gleichermaßen verdienstvoll wie unterhaltsam.
Michael & Christian Moll, FolkWorld
Ein gewichtiges Stück Musikgeschichte, das überaus spannende Einblicke in die um künstlerische Unabhängigkeit bemühte DDR-Musikszene bietet.
Kai Aghte, Mitteldeutsche Zeitung
Die Buchpremiere findet im Juli 2016 während des Rudolstadt-Festivals statt, zugleich wird die Wanderausstellung „1976 folkende – die Folkszene in der DDR“ eröffnet, mit Musik der Band Spätlese, verstärkt durch Ralf Gehler am Bandonion (Foto: Holger John).
Vom Papier ins Netz
Weil abzusehen ist, dass das Buch nach wenigen Jahren vergriffen sein wird, bitte ich den Verlag, Teile daraus ins Internet stellen zu dürfen. Der Verleger ist einverstanden. Ein guter Bekannter programmiert mir eine Website. 70 Bandporträts, Chronik und Szenelexikon sind nun unter der URL folkszene-ddr.de zu finden. 
Ankunft im 21. Jahrhundert
2021
Peggy Luck und Helene Déus, zwei junge Musikerinnen von der neugegründeten Leipziger Band Waldzitherpunk, überzeugen mich davon, die auf den Rückblick beschränkte Website für das aktuelle Geschehen in der ostdeutschen Folkszene zu öffnen. Diese hat zu dieser Zeit gerade neuen Schwung erhalten.
Musikanten der jungen Bal-folk-Szene begeistern sich für die 2012 entdeckten und dann online gestellten 800 Tanzmelodien der Sammlung Dahlhoff. Das Festival Folk im Fluss in Frankfurt/Oder, das im Januar 2021 wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, wird in den Juni und nach draußen verlegt. Das Leipziger Tanzhausfest weicht ins Internet aus. Es gibt mehrere neue Festivals – seit 2017 das Tanz & Folk Festival Berlin und Silvesterfolk im Schloss Colditz, seit 2020 das Trotzburgfest in Halle.

Die 2020 in Halle gegründete DeutschFolk-Initiative bereitet ihr Festival in Jena vor, die erste Generation der DDR-Folkszene lädt zum AltenHeimSpiel ins Malzhaus Plauen. Die Debüt-CD von Tworna aus Dresden wird mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet, ebenso die erste CD der Leipziger Band Folkländer nach deren Reunion 2020. Ein neugewählter PROFOLK-Vorstand geht mit frischen Ideen an die Arbeit.
Reichlich Stoff also für die neuprofilierte Website, die ab sofort ostfolk.de heißt. Der Podcast "Ostfolk im Gespräch" wird gestartet. Peggy Luck und Helene Déus befragen nun Protagonisten der DDR-Folkszene. Den Anfang macht Jürgen B. Wolff von Folkländer – mittlerweile stehen elf Podcast-Folgen im Netz

Neu auf ostfolk.de sind Lied-Empfehlungen. Die allererste – „Wie schön blüht uns der Maien“ – stammt von Ex-Wacholder-Bandchef Matthias Kießling (†). Mehr als 30 Lied-Empfehlungen sind inzwischen dazugekommen, von „Ach, bittrer Winter“ bis „Zogen einst fünf wilde Schwäne“. Alle sind versehen mit Text und Noten, Hörbeispielen (youtube-Links) und der zuweilen kuriosen Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte.

2022
Im Juni versendet Ronja Lutz den ersten Leipziger FolkLetter mit Terminen von Folk-und Weltmusikveranstaltungen in Leipzig. Bald kommen Halle und das Umland hinzu, inklusive Kranwerk Naunhof, Kulturkino Zwenkau und Kulturbahnhof Leisnig und sogar der Eulenbergsche Hof im Mansfelder Land. Aktuell hat der FolkLetter mehr als 300 Abonnenten (Stand Juli 2026). Zum FolkLetter anmelden
2023
Zusätzlich zum Festivalkalender informiert ostfolk.de ab jetzt auch über Termine von regelmäßigen Irish-Folk-Sessions und Folktanz-Veranstaltungen in den ostdeutschen Bundesländern.
2024
Zum dreijährigen Bestehen der Website schenkt ihr der Flensburger Grafiker und Ex-Liederjan Rainer Prüss ein Logo. 
2025
Wo überall zwischen Kap Arkona und Fichtelberg gibt es folkfreundliche Veranstaltungsorte? Antwort zu geben versucht die (mit Sicherheit unvollständige) Bilderstrecke mit Links. Ergänzungen sind erwünscht. Verlinkt ist nun auch ein Newsletter, der jede Woche über Folkveranstaltungen in Thüringen informiert.

2026
Die Rubrik „Festivals“ ersetzt durch „Termine“. Dort sind neben Bühnen-Events wie Festivals und Gastspiele nun auch regelmäßige Gelegenheiten zum „Selber-Folken“ zu finden, also zum Mitsingen, Mittanzen, Mitmusizieren, außerdem der FolkLetter sowie die Sendezeiten von Folk-Sendungen im Radio. 
Die Chronik der Folkszene in Ostdeutschland, die ursprünglich 1990 endete, wird Schritt für Schritt weitergeführt, ist aber noch lange nicht vollständig.
Die über 370 auf ostfolk.de publizierten Beiträge haben naturgemäß sehr unterschiedliche „Halbwertszeiten“. Kurze Festivalankündigungen veralten rasch und verschwinden dann wieder von der Website. Unter der Überschrift „Ausgewählte frühere Beiträge“ findet man aufwendigere Stücke – 20 Bildstrecken und 40 Artikel – darunter Festival-Rückblicke, Interviews, Kalenderblätter, Nachrufe. Kein Nachruf, aber ein bisschen traurig war's doch, als sich die Band Waldzitherpunk im Januar 2025 von der Bühne verabschiedete.
Waldzitherpunk gab ein „Vorerst-Abschieds-Konzert“ | 10.01.25Herzlichen Dank!
Anlässlich von fünf Jahren ostfolk.de ist es mir ein Bedürfnis, mich bei all den Menschen zu bedanken, die dieses Webmagazin möglich machten. Zu nennen ist zuerst Christoph Links, der mein Buch herausbrachte und sein Einverständnis gab, Teile daraus online zu veröffentlichen, dann Armin-Peter Heinze, der 2016 die Website folkszene-ddr programmierte, sie 2021 zu ostfolk.de umbaute und danach weiter vervollkommnete.
Vielen Dank an Peggy Luck und Helene Déus für die Podcasts und an Ronja Lutz für die zuverlässige Betreuung des FolkLetters! Außerdem danke ich den vielen Menschen, welche die Website mit Bildern, Texten und Hinweisen bereicherten – und es hoffentlich weiter tun.