Johannes Uhlmann: Start in der Familienband

Mit zehn Jahren begann Johannes, Akkordeon zu spielen. Sein Vater Peter Uhlmann hatte 1976 in Leipzig die Band Folkländer mitgegründet. Erste Station in Johannes’ musikalischer Laufbahn war Mitte der 80er Jahre die Haus- & Hofkapelle. Dort waren er und sein Bruder Andreas an der Posaune die jugendlichen Frontmänner. 1994 erspielten sich beide in Rudolstadt den Deutschen Folkförderpreis.

Danach entstanden die Formationen Tyskarna und ULMAN. Letztere, zu der auch Cousin Till Uhlmann gehörte, errang 2007 den deutschen Weltmusikpreis Creole. Johannes musizierte u. a. in der Leipziger Folksession Band, bei den Bierfiedlern, bei Die Sieben Leben, Deitsch, Tempi Passati und im Duo Wagenbreth/Uhlmann. Heute spielt er bei Sveriges Vänner gemeinsam mit Gudrun Selle traditionelle Musik aus Schweden sowie im Duo DiaTon mit dem belgischen Akkordeonisten Simon Gielen tanzbare Folkmusik.

Johannes Uhlmann (Foto: Rainer Justen)
Johannes Uhlmann (Foto: Rainer Justen)

Seit wann spielst Du Akkordeon? Wie kam es dazu?
Seit 1985. Mein Onkel Matthias Uhlmann spielte in der Band meiner Eltern, der Tanz- und Spring Band, auch diatonisches Akkordeon. So hatten wir auch mal ein Akkordeon zu Hause, auf dem ich probieren konnte. Ich studierte ein Stück der Tanz- und Spring Band ein. Das war der Anfang des diatonischen Akkordeons.

Vorher spielte ich Piano-Akkordeon. Wir hatten ein kleines zu Hause, und mein Vater zeigte mir, wie man auf der linken Seite begleitet. Und so gestalteten wir den Abend bei der Jugendweihe meiner Cousine. In unserer Familienband Haus- und Hofkapelle spielte ich so erst beides, entschied mich aber dann für das diatonische. Und so blieb ich dabei.

Was magst Du am Akkordeon? Was womöglich weniger?
Am diatonischen Akkordeon mag ich die durch die notwendigen Balgwechsel entstehende rhythmische Struktur. Der Nachteil ist, dass man auf gewisse Tonarten beschränkt ist.

Das „Schifferklavier“ hat in der Öffentlichkeit ein Image-Problem. Wie gehst Du damit um?
Ich ignoriere das einfach.

Welcher Akkordeonist, welche Akkordeonistin hat Dich besonders beeindruckt? Wodurch?
Der Engländer Andy Cutting und der Italiener Riccardo Tesi haben mich besonders beeindruckt. Der silberne Klang des Castagnari-Akkordeons hat mir sehr gut gefallen.

Gibt eine besondere Geschichte, die Du mit Deinem Instrument erlebt hast?
Bei einem Flug nach Portugal ist das Akkordeon im aufzugebenden Gepäck zu Bruch gegangen. Nachdem ich es notdürftig mit Gaffa repariert hatte, konnte ich die Auftritte spielen. Ich habe es dann wieder richtig reparieren lassen.

Das Duo DiaTon – Johannes Uhlmann (Deutschland) und Simon Gielen (Belgien), Foto privat
Das Duo DiaTon – Johannes Uhlmann (Deutschland) und Simon Gielen (Belgien), Foto privat

Duo Diaton
Duo Wagenbreth/Uhlmann (bis 2018)

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