Drei Jahre ostfolk.de | 17.05.24

Seit Mitte Mai 2021 berichtet das werbefreie Webmagazin vom aktuellen Geschehen in der vielfältigen und lebendigen Folkszene zwischen Ostsee und Erzgebirge. Mit einem Festivalkalender, mit Terminen von Konzerten, Sessions, Sing- und Tanzgelegenheiten, Links zu über 160 Bands, mit Lied-Empfehlungen, dem Podcast „Ostfolk im Gespräch“. Außerdem gibt es einen Rückblick auf die DDR-Folkszene: 70 Bandporträts, Chronik, Szenelexikon. Wichtige Themen der vergangenen drei Jahre sind im Artikel verlinkt. Viel Spaß beim Stöbern!

VON WOLFGANG LEYN

Helene Déus, Gernot Ecke, Wolfgang Leyn - die Beteiligten bei Teil 10 der Podcast-Serie "Ostfolk im Gespräch"

Deutschfolk-Festival und sorbische Notenhandschrift

Los ging’s zu Himmelfahrt 2021 mit einer Lied-Empfehlung („Wie schön blüht uns der Maien“) und einem Interview zur coronabedingten Verlegung des Leipziger Tanzhausfestes ins Internet. Seitdem habe ich auf der Website rund 180 Artikel veröffentlicht. Dazu gehören Berichte von den Deutschfolk-Festivals 2022 in Frankfurt/Oder und 2023 in Schwerin, vom „Klassentreffen“ der Gründergeneration des DDR-Folkrevivals beim AltenHeimSpiel 2021 im Malzhaus Plauen, von Workshops in Bautzen zur ältesten sorbischen Notenhandschrift, von den Folktagen in Ilmenau, dem langlebigsten Folkfestival in Deutschlands Osten.

Joan-Baez-Film, Folkherbst, Welttanztag

Behandelt wurde der Vorschlag von PROFOLK, die Thüringer Waldzither in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Unterstützung gab für die Crowdfunding-Kampagne zugunsten der Zeitschrift folker. Anfang 2024 folgte ein Filmtipp („Joan Baez – I Am a Noise”) und das Preisträgerinterview zum „Eisernen Eversteiner“ beim Plauener Folkherbst. Am 29. April, dem Welttanztag, kamen Protagonisten aus der Szene zu Wort, die zum Folktanz spielen, Tanzabende organisieren, Tanzschritte zeigen. Dazu ein Rückblick auf die Geschichte des Mitmachtanzes in der DDR seit der Premiere zu Pfingsten 1979.

Termine, Termine, Termine

Feste Größen auf der Website sind der Festivalkalender mit jährlich über 30 großen und kleinen Festivals sowie Workshops und Spielkursen und die Linkliste mit mehr als 160 Bands, die heute hier Folk und Weltmusik spielen. Das Spektrum reicht dabei von Irish Speedfolk bis zum Harfen-Duo, von tanzbarer Geigenmusik über säggssche Folkslieder, Klezmer und Balkan-Musik bis hin zu experimentellen Volkslied-Adaptionen, eigene Stücke inklusive.

Im Juni 2022 starteten Peggy Luck, Ronja Lutz und ich den FolkLetter mit Terminen von Konzerten, Sessions, Mitsing- und Mittanzgelegenheiten in Leipzig, inzwischen erweitert um Halle und das Umland (u.a. Kranwerk Naunhof und Kulturbahnhof Leisnig). Zurzeit hat der FolkLetter reichlich 270 Abonnenten. Seit 2023 sind auf ostfolk.de zunehmend Termine von regelmäßigen Irish-Folk-Sessions und Folktanz-Veranstaltungen in ganz Ostdeutschland zu finden.

Rückblick auf die DDR-Folkszene

Ohne Peggy Luck und Helene Déus würde der Website etwas Wesentliches fehlen: der Podcast „Ostfolk im Gespräch“ zu finden auch auf youtube und Spotify. Gesprächsgast der 11. Folge wird im Juni der Folkmusiker, Bandchef und Konzertveranstalter Klaus Adolphi aus Halle sein, bekannt von den Bands Horch und The Aberlour’s.

Parallel zu meinem 2016 erschienenen Buch über die DDR-Folkszene („Volkes Lied und Vater Staat“) habe ich 70 Bandporträts, eine Chronik und ein Szenelexikon ins Internet gestellt. Sie sind nun auf ostfolk.de zugänglich, außerdem Diskografie und Bibliografie und Links zu Archiven, Medien, Institutionen usw.

Empfehlungen und Wünsche

Mit unregelmäßiger Regelmäßigkeit erscheinen die Lied-Empfehlungen, jeweils mit Text und Noten, Liedgeschichte und Hörbeispielen, die zeigen, wie wandelbar deutsche Volkslieder sind, von schlicht geradeaus bis schräg und verrückt – „O Tannenbaum“ als Bollywood-Stück und als Fußballhymne oder „Hans, bleib da“ als Narrenmarsch und als Post-World-Music. Aus aktuellen Gründen stelle ich immer wieder Friedenslieder vor, wie im Februar 2022 „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ oder jüngst „Die Reise nach Jütland“.

Was ich mir für ostfolk.de wünsche? Vor allem eine größere Reichweite. Dazu soll künftig ein Newsletter beitragen. Mindestens genauso wichtig ist Mund-zu-Mund-Propaganda. Wem also diese Website gefällt, sage es anderen, wem sie nicht gefällt, sage es mir (Adresse im Impressum).

PS: Zum dreijährigen Bestehen von ostfolk.de schenkte ihr Rainer Prüss, Grafiker und Ex.Liederjan, ein Logo (siehe oben links).