Fünf Jahre ostfolk.de | 16.05.26

– Einblick, Überblick, Rückblick
Volksliedersingen beim Festival der Traditionen 2024 im Freilichtmuseum Schwerin-Muess (Foto: Wolfgang Leyn)

Seit Mitte Mai 2021 berichtet das werbefreie Webmagazin vom aktuellen Geschehen in der vielfältigen und lebendigen Folkszene zwischen Ostsee und Erzgebirge. Mit einem Festivalkalender, mit Terminen von Konzerten, Sessions, Sing- und Tanzgelegenheiten, Links zu mehr als 180 Bands, mit Lied-Empfehlungen, dem Podcast „Ostfolk im Gespräch“. Außerdem gibt es einen Rückblick auf die DDR-Folkszene: 70 Bandporträts, Chronik, Szenelexikon. Wichtige Themen der vergangenen fünf Jahre sind im Artikel verlinkt. Viel Spaß beim Stöbern!

VON WOLFGANG LEYN

Deutschfolk-Festival und sorbische Notenhandschrift

Los ging’s zu Himmelfahrt 2021 mit einer Lied-Empfehlung („Wie schön blüht uns der Maien“) und einem Interview zur coronabedingten Verlegung des Leipziger Tanzhausfestes ins Internet. Seitdem habe ich auf der Website rund 200 Artikel veröffentlicht. Dazu gehören Berichte von den Deutschfolk-Festivals 2022 in Frankfurt/Oder und 2023 in Schwerin, vom „Klassentreffen“ der Gründergeneration des DDR-Folkrevivals beim AltenHeimSpiel 2021 im Malzhaus Plauen, von Workshops in Bautzen zur ältesten sorbischen Notenhandschrift, von den Folktagen in Ilmenau, dem langlebigsten Folkfestival in Deutschlands Osten.

Joan-Baez-Film, Folkherbst, Welttanztag, Instrument des Jahres

Behandelt wurde die erfolgreiche Inititiative von PROFOLK, die Thüringer Waldzither in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Unterstützung gab es 2023 für die Crowdfunding-Kampagne zugunsten der Zeitschrift folker. Anfang 2024 folgte ein Filmtipp („Joan Baez – I Am a Noise”) und das Preisträgerinterview zum „Eisernen Eversteiner“ beim Plauener Folkherbst.

Am 29. April, dem Welttanztag, kamen Protagonisten aus der Szene zu Wort, die zum Folktanz spielen, Tanzabende organisieren, Tanzschritte zeigen. Dazu ein Rückblick auf die Geschichte des Mitmachtanzes in der DDR seit der Premiere zu Pfingsten 1979. Bildchroniken entstanden zum 4. Deutschfolk-Festival im September 2024 in Dinker/Westfalen und zum PROFOLK-Jubiläumskonzert am 1. November 2024 in Bad Hersfeld. Über das Instrument des Jahres 2025, der Stimme, äußerten sich Folksängerinnen und -sänger. Zum 5. Geburtstag des Kulturbahnhofs Leisnig gab es im Juli 2025 einen Bildbericht.

Termine, Termine, Termine

Feste Größen auf der Website sind der Festivalkalender mit jährlich rund 30 großen und kleinen Festivals, Terminübersichten zu Workshops und Spielkursen sowie ausgewählten Tourneen. Wer heute hier Folk und Weltmusik spielt, verrät die Linkliste mit mehr als 180 Bands. Das Spektrum reicht dabei von Irish Speedfolk bis zum Harfen-Duo, von tanzbarer Geigenmusik über säggssche Folkslieder, Klezmer und Balkan-Musik bis hin zu experimentellen Volkslied-Adaptionen, eigene Stücke inklusive.

Im Juni 2022 starteten Peggy Luck, Ronja Lutz und ich den FolkLetter mit Terminen von Konzerten, Sessions, Mitsing- und Mittanzgelegenheiten in Leipzig, inzwischen erweitert um Halle und das Umland (u.a. Kranwerk Naunhof und Kulturbahnhof Leisnig). Zurzeit hat der FolkLetter reichlich 280 Abonnenten. Seit 2023 sind auf ostfolk.de außerdem Termine von regelmäßigen Irish-Folk-Sessions und Folktanz-Veranstaltungen in ganz Ostdeutschland zu finden.

Rückblick auf die DDR-Folkszene

Peggy Luck und Helene Déus leisteten mit dem Podcast „Ostfolk im Gespräch“ (zu finden auch auf youtube und Spotify) einen wichtigen Beitrag zum Angebot der Website. Gesprächsgast der 11. Folge war im Juni 2024 der Folkmusiker, Bandchef und Konzertveranstalter Klaus Adolphi aus Halle, bekannt von den Bands Horch und The Aberlour’s.

Parallel zu meinem 2016 erschienenen Buch über die DDR-Folkszene („Volkes Lied und Vater Staat“) habe ich 70 Bandporträts, eine Chronik und ein Szenelexikon ins Internet gestellt. Sie sind nun auf ostfolk.de zugänglich, außerdem Diskografie und Bibliografie und Links zu Archiven, Medien, Institutionen usw. Die Chronik wird schrittweise bis in die Gegenwart fortgesetzt.

Empfehlungen und Wünsche

Mit unregelmäßiger Regelmäßigkeit erscheinen die Lied-Empfehlungen. Mittlerweile sind es mehr als 30, jeweils mit Text und Noten, Liedgeschichte und Hörbeispielen. Letztere zeigen, wie wandelbar deutsche Volkslieder sind, von schlicht geradeaus bis schräg und verrückt – „O Tannenbaum“ als Bollywood-Stück und als Fußballhymne oder „Hans, bleib da“ als Narrenmarsch und als Post-World-Music. Aus aktuellen Gründen stelle ich immer wieder Friedenslieder vor, wie im Februar 2022 „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ oder „Die Reise nach Jütland“.

Was ich mir für ostfolk.de wünsche? Vor allem eine größere Reichweite. Dazu soll der Newsletter beitragen. Mindestens genauso wichtig ist Mund-zu-Mund-Propaganda. Wem also diese Website gefällt, sage es anderen, wem sie nicht gefällt, sage es mir (Adresse im Impressum).

PS: Zum dreijährigen Bestehen der Website ostfolk.de schenkte ihr Rainer Prüss, Grafiker und Ex-Liederjan, 2024 ein Logo (ganz oben links).