Ausstellung in Frankenberg: „Pioniertöne aus Sachsen – Das Bandoneon und seine Geschichten“ | bis 31.05.26

Warum wurde eine sächsische Innovation als rheinische Erfindung weltberühmt? Bis zum 31. Mai rekonstruiert eine Sonderausstellung in der ZeitWerkStadt Frankenberg bei Chemnitz historisch präzise die Geschichte des Bandonions. Im Mittelpunkt stehen der Krefelder Heinrich Band und das Erfindernarrativ – Mythos vs. Realität. Eine Ausstellung des Sammlers und Experten Heiko Guter.

Frankenberg: Im Zentrum der Innovation
Die Wahl des Ausstellungsortes ist kein Zufall. Frankenberg liegt exakt auf der historischen „Entstehungslinie“ des Instruments – zwischen Chemnitz, wo C.F. Uhlig 1834 die erste deutsche Konzertina entwickelte und Waldheim, wo C.F. Reichel 1855 das Instrument entscheidend weiterformte.

Vom Prototyp zum Welterfolg: Das „Doble A“
Verfolgen Sie die Genealogie der Instrumente anhand von Originalen in zeitlicher Abfolge ihres Baujahres. Den Höhepunkt der Entwicklung bildet das legendäre 142-tönige Bandoneon in Oktavstimmung von Alfred Arnold – das weltberühmte „Doble A“ (AA). Erleben Sie den Weg von den ersten sächsischen Werkstätten bis hin zur industriellen Perfektion aus Carlsfeld, die den Tango in Argentinien erst möglich machte.

Hinter den Kulissen: Marketing vs. Urheberschaft
Wir thematisieren offen die wirtschaftliche Asymmetrie jener Zeit: Wie der Krefelder Händler Heinrich Band durch geschicktes Branding und das Fehlen von Markenschutz eine sächsische Erfindung unter seinem Namen vermarktete.

Ort: ZeitWerkStadt Frankenberg, Erlebnismuseum, Chemnitzer Str. 64, 09669 Frankenberg/Sachsen
Öffnungszeiten: Mi bis So 10-16:30 Uhr, Feiertage 10-16:30 Uhr

Zur Ausstellung in Frankenberg auf bandoneón.com
Zur Ausstellung auf ZeitWerkStadt Frankenberg
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Die Leipziger Folkband Findlinge 1987, am Bandonion Heiko Guter (Foto: Archiv Reinhard Ständer)