Nach 21 Jahren endet die Geschichte der renommierten Dresdner Veranstaltungsreihe "Musik zwischen den Welten". Andreas Grosse hatte sie mit seiner Konzertagentur seit Oktober 2005 organisiert, erst in der Dreikönigskirche, dann im Kleinen Haus des Staatsschauspiels. Bis zum Ende ohne öffentliche Förderung.
Am 9. September teilte er mit, vor allem aus gesundheitlichen Gründen habe er entschieden, die Konzertreihe jetzt zu beenden, während der laufenden Spielzeit. Schon gekaufte Eintrittskarten können zurückgegeben werden.
Damit endet [...] mein persönlicher Versuch, unsere lokale Welt in und um Dresden musikalisch weiter zu öffnen und unser Leben damit zu bereichern. Weltoffenheit und das Blicken resp. das Hören über den eigenen, manchmal all zu engen Tellerrand hinaus, das war mir immer ein Herzensbedürfnis und zentrales Anliegen meiner Arbeit.
Andreas Grosse auf der Website Musik zwischen den Welten

Konzerte mit hochkarätigen Künstlern zwischen Tradition und Moderne
Laut Einschätzung im Fachmagazin Folker war Andreas Grosses Veranstaltungsreihe „Musik zwischen den Welten“ das „beste Welt- und Folkmusikprogramm Deutschlands“. Als Beleg für Vielfalt und künstlerische Qualität mögen die Namen der Mitwirkenden des Jahrgangs 2026 dienen:
Januar: DANIEL KAHN & BAND (USA, Deutschland) – Jiddish & anders
Februar: THE SONS OF BUENO VISTA (Kuba) – das große Orchester mit 12 Musikern
März: KLAUS HOFFMANN (Deutschland) – das neue Album (2026)
Mai: GRAN ORQUESTA DEL TANGO CARAMBOLAGE – Konzert zum 15. Geburtstag
DIE AKKORDEONALE 2026 (international) – das Akkordeon-Festival 2026
Juni: FJARILL (Schweden/Südafrika) – Midsommar, das Konzert zur Sommersonnenwende
YAROSLAV MOLOCHNYK & ENSEMBLE (Ukraine) – Premiere fürs neue Album
September: LELÉKA (Ukraine) – Folk-Jazz-Quartett um die ukrainische Sängerin Viktoria Leléka (fällt aus)
Oktober: JANNIS ZOTOS & BAND (Deutschland) – Lieder nach Texten von Nobelpreisträger Giorgos Seferis (fällt aus)
November: DOBRANOTCH (Exil-Russland, international) – „Antloyf Mit Mir“ (fällt aus)
Nach 21 Jahren beendet Andreas Grosse seine hervorragende und einzigartige Konzertreihe „Musik zwischen den Welten“, die im Kleinen Haus beheimatet war. Damit wird Dresden kulturell wieder ein Stück ärmer.
Stadtmagazin SAX, instagram 09.09.26
Seiner Vision treugeblieben
Andreas Grosse bedankt sich auf der Website bei langjährigen Partnern wie den Mitarbeitern der Dreikönigskirche und des Kleinen Hauses oder seinem Tonmeister. Vor allem aber dankt er seinem treuen Publikum, das ihn während der Corona-Pandemie, als keine Konzerte stattfinden konnten, finanziell unterstützte. Und er erinnert an die Vision seiner Reihe „Musik zwischen den Welten“, abgedruckt in der allerersten Konzertbroschüre vom September 2005:
Eingeladen sind Musikerinnen und Musiker aus den verschiedensten Ländern und Kulturen dieser Welt, die an besonderen Dresdner Orten ihre außergewöhnliche, facettenreiche Musik vorstellen werden, eigene und überlieferte Kompositionen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, zwischen komponiert und improvisiert, zwischen instrumental und a cappella; world-wide-music mit vielfältigen Einflüssen aus Folk, Jazz, Rock, Pop und Klassik.
Erklingen wird lebendige Musik zwischen östlicher Tradition und westlicher Perfektion, zwischen südlicher Leidenschaft und nördlicher Melancholie ...
An dieser Vision habe ich alle die Jahre festgehalten.
Musik und Lebenseinstellung
Wenn man Andreas Grosse persönlich kennenlernt, bemerkt man schnell: Sein Engagement reicht weit über die musikalische Welt hinaus. Seit 2022 sammelte er während der Veranstaltungen Spenden für die Projekte der „arche noVa“ in der Ukraine.
Schon seit 2013 unterstützt er die Dresdner Hilfsorganisation für Menschen in Not. Als 2014 in seiner Heimatstadt Dresden fremdenfeindliche, rechtsextreme Organisation Pegida gegründet wurde, hielt Andreas Grosse seine Meinung nicht zurück: „Weder in Dresden noch anderswo – unsere Welt hat keinen Platz für Rassismus!“
