DDR-Folk-Ausstellung in Cottbus | seit 24.11.21

Auf den acht Tafeln geht‘s um die Geburtsstunde des Ost-Folkrevivals vor 45 Jahren in Leipzig, um doppelbödige Volkslieder, den Umgang mit den DDR-Behörden, um Werkstätten und Festivals, Folkstanz und Eigenbau-Dudelsäcke. Und die Frage, was von der Szene blieb. Ihre Premiere erlebte die Wanderausstellung 2016 beim Rudolstadt-Festival. Seitdem wird sie landauf, landab vor allem bei Folk-Events sowie in Museen gezeigt. Bis Januar 2022 ist sie im Stadtmuseum Cottbus zu sehen.


Vor 45 Jahren: Erste DDR-offene Folkwerkstatt in Leipzig

2010 entstand für das Lippmann+Rau-Musikarchiv in Eisenach die Ausstellung „Folk in der DDR“, erarbeitet von den Folkmusikern Ines und Jörg Andraczek (Mihla/Thüringen), dem Musiker und Musikethnologen Ralf Gehler (Schwerin/Mecklenburg-Vorpommern) und dem Journalisten und Szene-Chronisten Wolfgang Leyn (Leipzig/Sachsen). Von Oktober 2010 bis Januar 2011 war sie in der Alten Mälzerei Eisenach zu sehen, von Februar bis April 2012 im Schloss Stolberg/Harz und von April bis Oktober 2015 im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß.

Neu gestaltet fürs Rudolstadt-Festival

Für das Rudolstadt-Festival 2016 wurde die Ausstellung inhaltlich aktualisiert und durch Gabi Lattke (Folkländer) grafisch neu gestaltet. Ihre Premiere, nun unter dem heutigen Titel „1976 folkende… Die Folkszene in der DDR“, hatte sie im Zusammenhang mit der Präsentation der ersten umfassenden Kulturgeschichte des ostdeutschen Folk-Revivals (Wolfgang Leyn: „Volkes Lied und Vater Staat“, Ch. Links Verlag 2016).

Die Hektik Drive Bigband 1981 bei der DDR-Folkwerkstatt in Leipzig mit 27 Musikern von zwölf Bands (Foto: Matthias Möbius)

Breiten Raum nehmen im Buch wie in der Ausstellung die Folk-Werkstätten in Leipzig von 1980-84 ein. Diese DDR-weiten Treffen waren für die Szene wichtig als Probierstube, öffentliches Podium – und Sehnsuchtsort. Jo Meyer, Anfang der 80er Chef der Berliner Folkand JAMS, erinnert sich:

„Solange es richtige Werkstätten unter der Leitung von Folkländer gab, war ich immer da. Und wenn ich 40 Fieber gehabt hätte, da wäre ich hingefahren! Diese ganze Atmosphäre hat mich unwahrscheinlich angesprochen, also feiern und Musik machen und ja, des gleichen Geistes sein – das war diese Werkstatt.“

Geeignet für Festivals und in Museen

Die Ausstellung 2016 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig (Foto Stefan Hoyer)

Weitere Stationen der Ausstellung über die DDR-Folkszene waren das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig und das MDR-Funkhaus in Halle (beides 2016), vor allem aber Festivals u. a. Folk-Events in Leipzig (Tanzhausfest, Mai 2019) Ilmenau (Folkloretage, Oktober 2019), Neustadt/Orla (Eulenspiegels CD-Release-Konzert, August 2020), Frankfurt/Oder (Folk im Fluss, Juni 2021) und Leipzig (Liedernächte im Grassimuseum, August 2021). Nächste Stationen: Jena (DeutschFolk-Festival, September 2021) und Cottbus (Stadtmuseum, November 2021 bis Januar 2022).

Die Ausstellung – acht Rollups (102 x 210 cm, Standfüße 38 cm tief), verpackt in Transporttaschen – lässt sich schnell auf- und wieder abbauen. Sie eignet sich zur Präsentation auf Festivals, in Museen oder in Verbindung mit Symposien oder Kolloquien zum Thema. Interessenten wenden sich bitte an wolfgang.leyn@gmx.de

Die Ausstellung 2021 beim Festival "Folk im Fluss" (Foto: Wolfgang Leyn)